ALEXANDER CEBULLA
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Erbschaft Spanien - Was ist zu tun?

Berichtigung Grundbuch bei Erbfall

Dazu ist zunächst ein formeller Nachweis der Erbenstellung notwendig, z.B. mittels Erbschein (Deutschland), Einantwortungsurkunde (Schweiz) oder EU-Nachlasszeugnis. Dieses Dokument ist der Anker um bei einem spanischen Notar eine Erbannahme zu unterzeichnen, die dann zur Grundbuchberichtigung führt.

Für einen solchen Notartermin sind noch einige weitere Dokumente einzuholen und Vorbereitungen zu treffen, z.B. sollte vorab die Erbschaftssteuer berechnet werden und der oder die Erben benötigen eine Steuernummer/NIE. Eine persönliche Anwesenheit des oder der Erben beim Notartermin ist mit einer entsprechenden Vollmacht nicht unbedingt notwendig.

Zudem ist die Erbschaftssteuer zu entrichten. Wird diese Steuer nicht fristgemäß entrichtet drohen Sanktionen und Verspätungszuschläge.

Nach der notariellen Erbannahme wird dann das Grundbuch berichtigt und der Erbe oder die Erben als neue Eigentümer eingetragen. Erst dann kann ein Verkauf formell abgewickelt werden.


Notwendige Dokumente


Schritte zur reibungslosen Abwicklung einer Erbschaft in Spanien

Wann kann ich eine Immobilie verkaufen oder über Bankguthaben verfügen?

Erst wenn die Erbschaft formell angenommen, die Erbschaftssteuer bezahlt und bei Immobilien im Grundbuch der Erbe als neuer Eigentümer eingetragen wurde. Um das spanische Bankvermögen freizugeben verlangen die spanischen Banken die Vorlage der Erbschaftssteuererklärung.

Welche Aufgaben hat der spanische Notar bei der Erbschaftsannahme?


Der Notar in Spanien hat lediglich eine beurkundende Funktion. Er überprüft die Identität der erscheinenden Parteien und die Vollständigkeit der vorgelegten Dokumente. Um die Berechnung und Bezahlung der Erbschaftssteuer und die Umschreibung des Grundbuchs kümmert sich der spanische Notar jedoch nicht. Tipp: Bei Alleinerben genügt ein privates Dokument in dem die Erbschaftsannahme erklärt wird.

Muss ich wegen der Erbschaftsannahme persönlich anreisen?

Mit einer für Spanien gültigen notariellen Vollmacht ist die persönliche Anwesenheit der Erben in Spanien nicht notwendig. Auf Wunsch und mit der entsprechenden Befugnis in der Vollmacht können wir auch den späteren Verkauf einer Immobilie übernehmen.

Benötigt ein Erbe eine spanische Steuernummer/N.I.E.?

Ja. Diese Nummer ist zwingende Voraussetzung um eine Grundbucheintragung zu bewirken und um die Erbschaftssteuern zu bezahlen. Es handelt sich um eine Identifikationsnummer für Ausländer, welche ein Leben lang gleich bleibt. Im Rahmen der Erbschaftsabwicklung beantragen wir für Sie natürlich auch eine spanische Steuernummer.

Kann man die Erbschaft ausschlagen?

Natürlich. Nach spanischem Recht gibt es prinzipiell keine Ausschlagungsfrist, allerdings können Gläubiger des Erblassers verlangen, dass die Erben sich äußern ob sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen und ebenso läuft eine Frist von sechs Monaten für die Bezahlung der Erbschaftssteuer. Falls deutsches Recht greift gilt eine Ausschlagungsfrist von sechs Wochen.
Spanien und Deutschland folgen weitgehend dem sog. Prinzip der Nachlasseinheit, wonach die Erbschaftsannahme bzw. Ausschlagung nur einheitlich erfolgen können, d.h. man kann nicht Teile der Erbschaft (z.B. die Immobilie in Spanien) annehmen und andere Teile der Erbschaft (Schulden in Deutschland) ausschlagen.

Unsere Leistungen im Bereich Erbrecht (Spanienweit)

Steuer-Hinweis:

Falls Sie beabsichtigen die Immobilie nach der Erbschaftsabwicklung zu verkaufen optimieren wir deren Steuerwert bei der Erbschaftsannahme, so dass die Gewinnsteuer bei Verkauf niedriger ausfällt.

Weiterer Service:

Durch unsere Vernetzung vor Ort und unseren großen Kundenstamm können wir ebenso bei der Käufersuche für eine Immobilie behilflich sein.


Rückerstattungsantrag Erbschaftssteuer bei Erben ohne Wohnsitz in Spanien gem. Urteil des Europäischen Gerichtshofs 3.9.2014

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Urteil vom 03.09.2014 festgestellt, dass die bis dahin geltenden Regelungen zur Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen in Spanien nicht mit dem europäischen Recht konform waren. Sollten Sie deshalb innerhalb der letzten vier Jahre als „Nichtresident“ (Person ohne steuerlichen Wohnsitz in Spanien) Erbschaftssteuer oder Schenkungssteuer an die zentrale spanische Finanzverwaltung bezahlt haben, besteht für Sie die Möglichkeit einen Antrag auf Steuerrückerstattung zu stellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann ein Großteil des gezahlten Betrages (z.B. 99% auf den Balearen, 75% Valencia, 100% Murcia ...) zurückerlangt werden.

Der Hintergrund dazu ist folgender: Die spanischen Gebietskörperschaften (z.B. Andalusien, Balearische Inseln, Katalonien, Comunidad Valenciana, usw.) haben für die Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer die Gesetzgebungshoheit hinsichtlich derjenigen Steuerpflichtigen, die dort ihren Wohnsitz haben und in den lokalen Gesetzen sind z.T. deutliche Steuererleichterungen für die dort ansässigen Personen verabschiedet worden. Diese Steuererleichterungen und Befreiungen galten bislang nicht für jene Personen, die Ihren Wohnsitz nicht in der entsprechenden Region hatten. Insbesondere also Ausländer mit Wohnsitz z.B. in Deutschland, die eine Spanienimmobilie erbten, mussten die volle Erbschaftssteuer bezahlen und konnten sich nicht auf die lokalen Befreiungen und Ermäßigungen berufen.

Diese Diskriminierung von EU-Bürgern ohne Wohnsitz in Spanien gegenüber von Personen mit Wohnsitz vor Ort verstößt laut der zitierten Gerichtsentscheidung gegen das geltende EU-Recht. Die Finanzverwaltung in Madrid ermöglicht deshalb seit Kurzem auch Personen ohne Wohnsitz vor Ort, sich auf die lokalen Befreiungen zu berufen. Wer noch den vollen Betrag innerhalb der letzten vier Jahre bezahlt hat, kann einen Antrag auf Steuerrückerstattung stellen. Die Verjährungsfrist für die Einreichung des Rückerstattungsantrages beträgt vier Jahre ab der Steuerzahlung. Wir berechnen für Sie kostenlos die Erbschaftssteuer, welche nach den Gesetzen der autonomen Region gegolten hätte und stellen für Sie kostenlos den Antrag auf Steuerrückerstattung. Ein prozentuales Erfolgshonorar wird erst bei Auszahlung fällig.

Für den Antrag werden folgende Dokumente benötigt: